Lanzarote

Lanzarote auf den KanarenLanzarote ist die nordöstlichste der Kanarischen Inseln. Die Vulkaninsel liegt im Atlantischen Ozean rund 140 Kilometer vor der marokkanischen Küste und wurde 1993 von der UNESCO als erste Insel vollständig zum Biosphärenreservat erklärt. Besucher lieben die unwirkliche Schönheit der einzigartigen Vulkanlandschaft sowie die herrlichen Sandstrände der Insel, die nur vier Flugstunden von Deutschland entfernt liegen.

Die 845 Quadratkilometer große Insel ist dünn besiedelt. Viele der 130.000 Insulaner leben in der Hauptstadt Arrecife und den touristischen Zentren wie Playa Blanca, Puerto del Carmen und Costa Teguise. Arrecife ist mit 55.000 Einwohnern die größte Stadt; hier legen übrigens auch Kreuzfahrschiffe an. Der kleine Ort Yaiza im Südwesten gilt mit seinen Palmen und weiß getünchten Häusern als das schönste Dorf der Insel – es wurde sogar schon zum schönsten Dorf Spaniens gewählt.

Puerto del Carmen ist der älteste und größte Touristenort der Insel. Bis zu 30.000 Menschen können hier gleichzeitig urlauben. Da es jedoch keine riesigen Bettenburgen gibt, hat sich der Ort seinen kanarischen Charme gut erhalten können.

Manrique, Lava und Wein: Sehenswertes auf Lanzarote

Viele von Lanzarotes Sehenswürdigkeiten haben mit der vulkanischen Entstehungsgeschichte der Insel zu tun: Die sieben Kilometer lange Lavahöhle Cueva de los Verdes im Norden der Insel ist ein besonders beliebtes Ausflugsziel. Die Gänge von los Verdes bilden das längste Tunnelsystem der Welt und entstanden vor über 3500 Jahren beim Ausbruch des Montana Corona, als die glühend heiße Lava ins Meer lief und beim plötzlichen Erstarren die höhlenartigen Formationen bildete. In den vergangenen Jahrhunderten dienten die Tunnel mit Verbindung zum Meer Piraten als Versteck mit enormen Fassungsvermögen für Männer und Beute.

Der Nationalpark Parque Nacional de Timanfaya mit den sogenannten Feuerbergen zeigt ein noch relativ junges Vulkangebiet, das ungefähr ein Viertel der Gesamtfläche Lanzarotes einnimmt und nur an wenigen Stellen erste zaghafte Anzeichen von Vegetation aufweist. Der letzte Ausbruch auf der Insel fand 1824 statt, aber noch heute ist die Erde direkt unter der Erde so heiß, dass man an bestimmten Stellen Feuer an ihr entzünden kann und an Stellen, wo sich unterirdisch Wasser ansammelt und durch die Erde erhitzt wird, Geysire in die Höhe schießen.

Der Künstler, Architekt, Bildhauer und Umweltschützer César Manrique, der auf Lanzarote geboren wurde und hier 1990 auch starb, hinterließ auf den Kanarischen Inseln vielerorts seine Spuren – futuristisch wirkende Gebäude, die sich perfekt in die vulkanischen Landschaften einfügen, gehören ebenso zu seinen Markenzeichen wie minimalistische Gärten. Über ganz Lanzarote verteilt findet man Windspiele von Manrique: Die riesigen abstrakten Skulpturen stehen meist an Ortseingängen und werden durch den beständig wehenden Passat in Bewegung gehalten.

jardin de catus auf lanzaroteIn Guatiza kann man außerdem den Jardín de Cactus bewundern, Manriques letztes großes Projekt vor seinem Tod: Über 10.000 Exemplare von 1.400 verschiedenen Kakteenarten sind in diesem Garten zu finden; das Bar-Restaurant des Parks ließ Manrique aus Vulkangestein der Region bauen. Eine weitere Attraktion, die der Künstler der Insel hinterließ, ist der Aussichtspunkt mit Café Mirador del Río im äußersten Norden, von dem aus man auf die kleine Insel La Graciosa blickt.

Im Südwesten von Lanzarote lohnen die bizarren Felsenformationen von Los Hervideros und die Salinas de Janubio sowie die Grüne Lagune einen Besuch. Los Hervideros entstand bei Vulkanausbrüchen Mitte des 18. Jahrhunderts, als der Zusammenstoß von heißer Lava und kaltem Meerwasser das Gestein zu einer einzigartigen Steilküste formte. Die Salzgewinnungsanlage aus dem 19. Jahrhundert, die inzwischen unter Denkmalschutz steht, liegt ebenfalls bei dem Fischerdorf El Golfo und produziert in terrassenförmig angelegten Felder durch die Sonneneinstrahlung Salz aus Meerwasser, welches wegen seines herzhaften Geschmacks noch heute gern für die regionale Küche verwendet wird.

Eine weitere Spezialität ist der Wein von Lanzarote. Mitten auf der Insel, in der Nähe des Dorfes Masdache, liegt das Weinmuseum El Grifo, das zeigt, wie im Weinanbaugebiet La Geria seit Jahrhunderten Wein angebaut und hergestellt wird. Die Bodega El Grifo ist die älteste von Lanzarote und wurde 1775 gegründet. Das Museum zeigt vor allem historische Gerätschaften, in einem Souvenirladen kann man einheimische Weine und Spirituosen kaufen. Im nahe gelegenen Ort Uga befindet sich das Zentrum der Dromedarzucht von Lanzarote.

Für Surfer und Sonnenanbeter: Strände auf Lanzarote

Die Vulkaninsel Lanzarote ist berühmt für ihre schönen Strände. Die Playas de Papagayo befinden sich im äußersten Süden der Insel und liegen in einem Naturschutzgebiet. Mehrere kleine Buchten, die von Felsen eingerahmt sind, laden mit ihrem feinen hellen Sand zum Sonnenbaden ein, das einladend türkisfarbene Wasser bietet in diesen geschützten Buchten ein sicheres Schwimmvergnügen. Hier ist es windstiller als an vielen anderen Stränden der Insel. Einziger Haken: Die Anfahrt zu den Stränden ist etwas holprig und Mietwagenfirmen erlauben nicht, dass ihre Wagen hierfür benutzt werden; wer nicht zu Fuß oder per Taxi an den Strand möchte, kann auch ein Boottaxi nehmen – das setzte seine Passagiere direkt auf dem Strand ab.

Ebenfalls im Süden befinden sich bei dem Ort Playa Blanca drei sehr schöne weiße Sandstrände, die zwar künstlich aufgeschüttet wurden, aber zu den schönsten der Insel zählen.

Lanzarote bietet auch FKK-Fans herrliches Strandvergnügen; Nacktbaden ist an mehreren Stränden erlaubt beziehungsweise geduldet. Der Famara-Strand im Nordwesten ist mit zwei Kilometern Länge und bis zu einhundert Metern Breite der größte Strand der Insel. Am nördlichen Ende befindet sich der einzige offizielle FKK-Strand der Insel. Warnschilder und Hinweise von Rettungsschwimmern sind unbedingt zu beachten, denn an diesem Strand ist es oft windig und es kann zu tückischen Strömungen kommen. Wegen der Winde kommen auch Windsurfer und Kitesurfer gern hierher.

Ein weiterer – geduldeter – FKK-Strand, die Playa de Guasimeta, liegt in der Nähe von Puerto del Carmen. Da jedoch geplant ist, die Strandpromenade von Puerto del Carmen bis nach Playa Honda zu verlängern, könnte sich dies bald ändern.

Im Reich der Passatwinde: Das Klima auf Lanzarote

Lanzarote liegt in der Zone der Passatwinde und hat dadurch ein sehr trockenes Klima. Zudem ist die Insel insgesamt eher flach, so dass Regenwolken hier nicht abregnen. Die Temperaturen sind ganzjährig mild und liegen im Jahresmittel bei 20,5 Grad, wobei August der wärmste und Januar der kühlste Monat ist. So eignet sich die Insel ganzjährig als Reiseziel; wer gern badet, wird jedoch im Spätsommer die höchsten Wassertemperaturen von etwa 22 Grad vorfinden.

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